Wohledler Suchender, edle Schwester,
die Prüfungen dieses Konvents waren nicht gleich an Bürde. Manche öffneten sich wie ein vertrautes Buch, andere verlangten Geduld, Handwerk und langen Atem. So sei hier verzeichnet, wie viele Einreichungen jede Aufgabe in rechter Gestalt erreicht haben:
| Aufgabe I | 100 % |
| Aufgabe II | 71 % |
| Aufgabe III | 100 % |
| Aufgabe IV | 77 % |
| Aufgabe V | 100 % |
| Aufgabe VI | 54 % |
Zuerst schien der Weg einfach: ein Bild, dahinter die Buchstaben und sodann zerteilen.
Doch die erste Hürde war der Druck: Vorderseite Bild, Rückseite Schrift und das Ausrichten geriet zum Gefummel.
So wurde eine andere Ordnung gesucht, und daraus entstand die jetzige Gestalt:
Jeder Streifen trug Bild und Schrift zugleich; einmal geknickt, lag beides sauber übereinander.
Dann folgte die zweite Ernüchterung: keine Toleranz war gelassen.
Die Streifen waren zu exakt bemessen, und beim Flechten verschob sich das Werk.
Was dem Erbauer leicht erschien, war dem Prüfling bald eine Falle.
So ward nachgebessert: mehr Spiel, dünnere Streifen, und die Buchstaben wurden verdreht gesetzt,
auf dass nicht bloß die Hand, sondern auch der Blick gefordert sei.
Wer zwei linke Hände hat, oder der Ungeduld folgt, für den war hier oft Schluss.
Und ja: Das Lösungswort lautete GELAIT.
Ich hielt es in mittelalterlicher Gestalt, doch wenn man beständig zwischen Ordenswort, Zauberwelten und Alltagsrede wandelt,
so gerät bisweilen auch dem Schreiber die Schreibart ins Schwanken.
Die Lösung ist:
Ich beging dabei selbst einen Fehler: zu lange in einem Zug gearbeitet, ohne früh zu prüfen.
Und als der Irrtum offenbar wurde, musste vieles verworfen und neu begonnen werden.
Ein Lehrstück, wie es auch dem Ritter geschieht: Wer zu spät prüft, zahlt den Preis.
Die Seite „Octava Templi“ bereitete hingegen keine Not, Google fand sie gar schnell.
Und doch scheiterten 23 % an dieser Aufgabe.
Nicht weil die Deutung schwer war, sondern weil Geduld, Fleiß und Durchhalten gefordert waren.
Auch ich holte mir Rat im Hause: die Deko-Königin an meiner Seite faltet, wo andere grübeln.
Doch selbst sie musste mehrfach wenden, bis eindeutig war, wie das Blatt liegen muss.
Und weil die Buchstaben nicht schlicht beieinander stehen sollten, legte ich sie im Kreis um das Kreuz –
was selbst den geübten Händen länger zu schaffen machte.
Vielerorts lag die Schwierigkeit wohl darin, dass das Lösungswort nicht sofort „ins Auge sprang“.
Wer es nicht sogleich sah, wähnte schnell, falsch gefaltet zu haben.
Doch wer standhielt, sah es klar:
KREUZZUG
ich hoffe, ihr hattet Freude an diesen Prüfungen und habt die Wege des Ordens mit wachem Geist beschritten.
Ihr habt gesehen, was es heißt, standhaft zu bleiben, bis zum letzten Zeichen.
So endet hiermit die Prüfung der Fingerfertigkeit.
Doch der Pfad der Bruderschaft führt weiter:
Der Konvent II wird unter dem Zeichen der Geographie stehen und neue Wege werden sich auftun.
Die Richtung ist klar, doch die Umsetzung verlangt Zeit.
Bis dahin: Gehabt euch wohl, und bleibt dem Abenteuer gewogen.
In Treue und im Dienste des Ordens
✠ Ritter Andreios